Als Team wachsen

Es braucht Zeit, bis neue Teams verstehen, wie sie effektiv zusammenarbeiten können. Teams durchlaufen in aller Regel deutlich erkennbare Phasen in denen die Teammitglieder sich von Fremden zu Freunden entwickeln, die gemeinsam Ziele verfolgen. Das „Forming – Storming – Norming – Performing“-Modell beschreibt diese Phasen. Teams die sich dieser Phasen bewusst sind, ersparen sich oft ein hohes Maß an Frustration und können rascher zu einem effektiven „High Performance“-Team zusammenwachsen. 

Forming – die Findungsphase

Zunächst geht es darum, dass die Teammitglieder sich miteinander bekannt machen Die Beziehungen der Teammitglieder untereinander sind noch unklar.

Storming – die Konfliktphase

In der zweiten Phase kommt es häufig zu Unstimmigkeiten und insbesondere zu Machtkämpfen um die Führungsrolle und den Status in der Gruppe. Die Beziehungen im schlimmstenfalls feindselig. In dieser Phase ist die Leistung der Gruppe gering.

 

Norming – die Regelungsphase

In der Phase des Norming werden die der Zusammenarbeit Regeln offen oder stillschweigend festgelegt. Die Teammitglieder haben ihre Rollen gefunden und kooperieren. Die gegenseitige Akzeptanz steigt und das Team wendet sich zunehmend seiner Aufgabe zu.

Performing – die Leistungsphase

In dieser Phase erreicht das Team seine Höchstleitung. Das Team handelt geschlossen und orientiert sich an dem gemeinsamen Ziel. Es herrscht eine Atmosphäre von Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung. Die Team-Mitglieder gehen offen miteinander und unterstützen sich gegenseitig.


Teams durchlaufen diese Phasen nicht automatisch. Im Gegenteil, es gibt Gruppen, die sich sehr schwer tun oder auch nie zueinanderfinden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn es sich um Mitarbeiter gleicher Hierarchiestufen handelt, die um die Vormacht im Projekt kämpfen. Teams kommen einfacher und rascher in die Leistungsphase, wenn sie bereits zuvor erfolgreich zusammengearbeitet haben oder die Rollen aufgrund der Hierarchie außerhalb des Projekts klar geregelt sind. In diesem Fall müssen allerdings die Kompetenzbereiche im und außerhalb des Projekts zusammen passen.

Höchstleistung durch Vielfalt

Bei der Zusammensetzung von Projekt-Teams wird das

persönliche Verhalten der Teammitglieder, die sozialen Stile häufig übersehen. Unternehmen setzen Teams in aller Regel nach den erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten oder schlicht nach der Verfügbarkeit der Mitarbeiter zusammen. Sowohl für Entscheidungsstrukturen im Team als auch für die effektive Aufgabenverteilung ist aber das wahrgenommene Verhalten der Individuen entscheidend.

 

Wir vertreten die Hypothese, dass Teams mit gemischten sozialen Stilen insgesamt effizienter und effektiver arbeiten, als solche mit ähnlichen sozialen Stilen. Kurzum, wir meinen, dass nicht Harmonie Höchstleistungen erzeugt, sondern Auseinandersetzung. Gleichmütigkeit führt zu Trägheit, Disput zu Erkenntnis.


Gemischte Teams liefern eine signifikant bessere Leistung

In zahlreichen Veranstaltungen mit Studierenden unseres Hauptseminars an der Universität Münster haben wir die Probe aufs Exempel gemacht. Ohne Wissen der Studierenden haben wir Teams zu je vier Personen gebeten, Fallstudien zu bearbeiten. Die Teams waren dabei mit Probanden gleichen sozialen Stils zusammengesetzt. Die Ergebnisse der Fallstudienbearbeitung haben wir nach inhaltlichen, methodischen und verhaltensbezogenen Kriterien bewertet.

 

Die Ergebnisse der Leistungen der homogenen Teams waren eher unterdurchschnittlich und verbesserten sich signifikant, nachdem wir die Teams gemischt mit jeweils einem Vertreter jeden sozialen Stils zusammengesetzt hatten. Ähnliche Beobachtungen konnten wir in unseren Beratungsprojekten machen.